READ

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Erfassung und Training von visuellen Lesestörungen

Programmbeschreibung

Zur Behandlung der im weitesten Sinne visuell bedingten Lesestörungen gibt es kaum adäquate und hinsichtlich ihrer Effektivität erprobte Programme. Die Verbindung von Lesen, Textverständnis und sprachlichen Gedächtnisleistungen ist für einen Transfer der Lesebehandlung auf andere Übungsformen (kognitiv-neuropsychologisches Traininig, Sprachtraining), sowie für den Transfer in den Alltag erforderlich. Ausgehend von diesen Überlegungen wurde das Programm READ zur Behandlung visueller Lesestörungen entwickelt.

Das Programm READ dient ausschließlich dem Training und der wissenschaftlichen Untersuchung der visuellen Leseleistung. Es ist nicht zur klinischen Diagnose, Behandlung oder Linderung von Erkrankungen bestimmt.

Relevanz

Beeinträchtigungen des Lesens gehören mit zu den häufigsten Einbußen bei Personen mit erworbenen Sehstörungen und sind in der Regel immer alltagsrelevant für die Betroffenen. Etwa 40-50 % aller sehgestörten Personen geben „Lesestörungen“ als ihr gravierendstes Problem an. Lesestörungen behindern darüber hinaus den Erfolg anderer Trainingsmaßnahmen etwa im Gedächtnistraining oder beim Sprachtraining, wenn die Person schriftliches Material bearbeiten soll. Des Weiteren behindern Lesestörungen die Chancen einer beruflichen Reintegration, weil es fast keinen Arbeitsbereich gibt, in dem Lesen völlig ausgeklammert ist. Auch jenseits beruflicher Anforderungen ist Lesen im privaten, häuslichen Bereich unabdingbar.

READ beinhaltet folgende Module:

  • Durchführung (und evt. in einer Folgeversion akustische Protokollierung) von standardisierten Lesetests in beliebiger Formatierung
  • Variation von kritischen Parametern beim Lesetraining: Fenstertext (zeitgesteuert oder Tastatur gesteuert), zentrierter Einzelzeilen- bzw. Einzelworttext, Fließtext
  • Simultane Erfassung des Textverständnisses durch textbezogene Abfragen
  • Tachistoskopische Darbietung von Worten (sortiert nach Wortlänge und -struktur), Zahlen(-kolonnen), Bitmaps oder Tönen an frei definierbaren Bildschirmpositionen
  • Frei definierbare Eingangs- und Ausgangsdialoge zur Verdeutlichung der Aufgabe
  • Einbindung von Macros zur kompletten standardisierten Untersuchungssteuerung
  • Einbindung von Macros zur Erstellung von aussagekräftigen graphischen Ergebnisreports

Einsatz des Programms beim Lesetraining: Durch Dialogsteuerung können Instruktionen standardisiert vorgegeben werden, der Untersucher muß zur Durchführung einer Leseübung nicht zwingend anwesend sein.

Normierte Untersuchungen

Momentan sind Normdaten für 18 verschiedene Tests in Read vorhanden. Die verschiedenen Tests werden gruppiert in:

  • langes Screening (9 Tests)
  • kurzes Screening (6 Tests)
  • Lesetest-Screening (8 Tests)
  • kognitives Screening (5 Tests)
  • „Low-Contrast“ Screening (2 Tests)
  • tachistoskopisches Screening (4 Tests)

Ergebnisse

Die Ergebnisse ermöglichen die Unterscheidung verschiedener visuell bedingter Lesestörungen, und erlauben neben der Analyse von Einzelapekten wie Wortlänge, -frequenz etc. eine detaillierte Verlaufskontrolle beim Lesetraining.

Trainingsmodule

Momentan stehen aus einer Vielzahl an Einzelübungen 4 Trainingsmodule zur Verfügung.

Die Übungsmodule sind hierarchisch aufgebaut, werden zunehmend schwieriger und können von den Probanden auch alleine durchgeführt werden.

  • „Hemianopsie links“ (11 Übungen)
  • „Hemianopsie rechts“ (11 Übungen)
  • „Balint-Holmes-Syndrom“ (5 Übungen)
  • Leseübungen (10 Übungen)

Weitere Informationen zu READ:

READ Info-Broschüre

READ Angebot Vollversion

Literatur zu READ:

Artikel: READ – standardisierte Diagnostik und Therapie erworbener, visuell bedingter Lesestörungen (2009)

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Kerkhoff, G., Kuhn, C. (2008). Therapie der Hemianopsie. In: Handbuch der Neuro und Biopsychologie (Hrsg. Gauggel, S. & Hermann, M.), Hogrefe Verlag, Göttingen, 726-732.

Kerkhoff, G., Kuhn, C. (2008). Therapie des Neglects. In: Handbuch der Neuro und Biopsychologie (Hrsg. Gauggel, S. & Hermann, M.). Hogrefe Verlag, Göttingen, 733-739.

Stenneken, P., Van Eimeren, L., Keller, I., Jacobs, A., Kerkhoff, G. (2008) Taskdependent modulation of neglect dyslexia? Novel evidence from the viewing position effect. Brain Research, 1189, 176-189.

Kerkhoff, G. (2000). Neurovisual Rehabilitation: Recent Developments and Future Directions. Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry, 68, 691-706.

Kerkhoff, G., Heldmann B (1999). Balintsyndrom – Anamnese, Diagnostik, Behandlungsansätze. Nervenarzt, 70, 859-869.

Kerkhoff, G., Münßinger, U., Eberle-Strauss, G., Stögerer, E. (1992). Rehabilitation of hemianopic alexia in patients with postgeniculate visual field disorders. Neuropsychological Rehabilitation, 2, 21-42.

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